Rund 160 Besucher aus 25 europäischen Ländern haben in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana / Laibach am 55. FUEV-Kongress teilgenommen.
Erstmalig war es der FUEV gelungen, mit dem Staatspräsidenten Dr. Danilo Türk den obersten
Vertreter eines Landes für die Eröffnung des
Kongresses zu gewinnen. Der Staatspräsident, der viele Jahre lang als politischer Berater des UNO-
Generalsekretärs Kofi Annan gewirkt hat, lobte in seiner Rede die FUEV, als „die wichtigste
Interessenvertretung der Minderheiten auf
europäischer Ebene“. Der Präsident hielt einen
Vortrag und diskutierte im Anschluss mit den
Teilnehmern.
Der internationale Beauftragter (Hoher Repräsentant der Vereinten Nationen) und EU-Sonderbeauftragter für Bosnien Herzegowina, Dr. Valentin Inzko, - selbst Angehöriger der Kärntner Slowenen - und in
seiner Funktion Regierungschef Bosnien
Herzegowinas, stattete auf seinem Weg nach
Sarajevo den FUEV-Kongressteilnehmer ebenfalls einen Besuch ab. Darüber hinaus nahmen mehrere EU-Parlamentsabgeordnete, Vertreter des
Europarates und der verschiedenen Minderheiten in Slowenien an der Eröffnung des Kongresses teil.
„Ich bin mit dem Kongressverlauf sehr zufrieden. Vor allem freut uns, dass in diesem Jahr sehr viele Vorsitzende, Geschäftsführer und andere
hochrangige Teilnehmer von unseren 86 Mitgliedsorganisationen anwesend waren. Wir haben uns in intensiven Gesprächen darauf verständigt,
gemeinsam die Entwicklung unserer Organisation voran zu treiben. Die FUEV ist eine politische
Organisation und will noch schlagkräftiger werden und gemeinsam mit ihren Mitgliedern die Interessen der Minderheiten in Europa professionell vertreten“, so Hans Heinrich Hansen, Präsident der FUEV.
„Es ist uns wichtig, dass wir sowohl einen
repräsentativen Kongress veranstalten als auch den Kontakt mit unseren Mitgliedern intensiv pflegen. Wir haben daher natürlich auch unseren Mitgliedern, den Gotscheern, einen Besuch abgestattet. Es ist beeindruckend unter welch schwierigen Bedingungen sie ihre Arbeit mit großem Enthusiasmus durchführen“, so Hansen. Die deutsche Minderheit ist in Slowenien nicht als solche anerkannt. Die FUEV-Delegiertenversammlung forderte in einer einstimmig verabschiedeten Resolution die Anerkennung der Gotscheer als autochthone Minderheit. Slowenien gehört mit Blick auf die beiden anerkannten
autochthonen Minderheiten - den Ungarn und
Italienern - zu den vorbildlichsten Staaten Europas. So gibt es zum Beispiel auf nationaler Ebene
garantierte Sitze im Parlament und weitreichende Selbstverwaltungsbestimmungen und
Fördermaßnahmen für die Minderheiten.
Die FUEV-Delegierten beschäftigten sich während des Kongresses intensiv mit dem Grundrecht auf politische Partizipation und verabschiedeten dieses Grundrecht in dritter Lesung. In einer Arbeitsgruppe wurde anschließend darüber diskutiert, wie dieses Grundrecht, das die Hauptforderungen und Rechte der Minderheiten im Bereich der politischen
Partizipation zusammenfasst, nun weiter Anwendung finden soll. Wissenschaftlich wurde die FUEV dabei vom European Centre for Minority Issues (ECMI) unterstützt.